Letzter Tag Yangon – Großstadtleben aufsaugen


Die Nacht nutzten wir für die ausreichende Regeneration. Die größte Stadt Myanmars hatte uns in ihren Bann gezogen. Es gab noch zwei Punkte auf unserer Entdeckungsliste, die abgearbeitet werden mussten, der See nahe der Shwedagon Pagoda und China Town. Ein Regenschauer ermöglichte es uns unseren Schreib- und Fotoarbeiten schon am Morgen nach zu gehen. Nach der unplanmäßigen Verzögerung setzten wir uns aber doch noch wie angedacht Richtung China Town in Bewegung. Auf allen unseren Reisestationen nahmen wir das ortsansässige China Town unter unsere Rucksackblog-Lupe, so auch dieses Mal. In den engen Straßengassen boten die Händler ihre Waren teilweise im Sitzen an. Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Gewürze und sonstige frische Lebensmittel lagen gut sortiert und recht dekorativ angerichtet auf der Straße. Auch wenn es nicht immer nach Frische roch, handelte es sich um unbedenklich zu verzehrende Kost. Zuerst beobachteten wir das wilde Treiben und drückten uns selbst mit dem Strom durch die engen Gassen.

 


Der Geruch steigerte sich mit den zurückgelegten Schritten zu einem teilweise außerordentlich miesen bis verwestem Gestank. Der Modder in den Gassen, der uns ungeschickterweise immer mal wieder an die Waden spritze, tat sein Übriges dazu bei. Auf einen Blick in die Verkaufshallen, die sich links und rechts der Gassen befanden, ließen wir uns zum Abschluss ein. Aber hier gab es nur das übliche Zeug, das es in all den China Towns der Welt auch zu kaufen gib. Um nicht völlig leer bei diesem Besuch auszugehen und uns gleichzeitig mit ausreichend Vitaminen zu versorgen, kehrten wir zu den Obstständen zurück und deckten uns mit ausreichend Früchten für den restlichen Tag ein.

 


Zum See unternahmen wir einen Spaziergang. Zwar ist bei dem heißen Wetter das Laufen zu Fuß anstrengend aber es lohnt sich, da wir so die Eindrücke der Stadt besser in uns aufsaugen konnten. Der nette Mann vom Hotel riet uns am See unbedingt über die Brücke zu laufen und den tollen Ausblick zu genießen. Leider mussten wir bei Ankunft feststellen, dass es diese tollte Brücke schon lange nicht mehr gab. Baumpfähle ragten aus dem Wasser. Leider fehlten die Bretter, um die Brücke nutzen zu können. An der rechten Seite nahe dem Ufer schien die Brücke auf dem ersten Blick noch intakt zu sein. Auf den zweiten Blick erkannten wir die morschen und teilweise kaputten Holzlatten. Rostige Nägel ragten an den Schnittstellen der Bretter neugierig auf unsere noch unverletzten Füße. Das war genau das richtige Abenteuer für uns. Änn & Fränn sahen der Gefahr in die Augen und wagten sich auf die Brücke. Überall konnte man durch die Löcher direkt ins Wasser schauen. Etwas mulmig war uns bei der Sache schon, doch wir stellten uns der Angst und setzten Schritt vor Schritt und überquerten so unbeschadet diese brüchige Holzkonstruktion. Da der Hinweg sich doch etwas hingezogen hatte und uns die Füße leicht brannten, ging es mit dem Taxi Richtung Hotel zurück. Dort erwarben wir bei einer sehr netten einheimischen Frau verschiedene frittierte Snacks und fertig gepellte Pomelo.

 


Da Änn & Fränn Gewohnheitstiere sind, musste der Food Markt erneut als Abendessensgelegenheit herhalten. Unsere Wahl fiel wenig überraschend auf einen gegrillten Fisch. Geschmacklich hatte uns dieses fischige Meerestier so verzückt, dass wir für den Rest des Aufenthaltes in Yangon den Brauch vom gegrillten Fisch nicht mehr abweichen werden.

 


Nach dem köstichen Abendessen setzten wir uns im Hotel in unseren „Coworking Space“, wie wir ihn liebevoll nannten. Da es keine richtige Hotellobby gab und unsere Zimmer keine Stühle hatten, nutzen wir für unsere Schreibarbeiten die Ledercouchgarnitur in der ersten Etage. Während wir fleißig die vergangenen Erlebnisse dokumentierten, stand plötzlich ein junger Mann mitten im Space (ohne anzuklopfen) und begrüßte uns in deutscher Sprache. Ronny war sehr gesprächig und wir unterhielten uns prompt übers Reisen. Seit über einem Jahr sei er unterwegs, erzählte er uns. Über 25 Länder hatte er inzwischen bereist. Interessiert tauschten wir uns über unsere Reiseerfahrungen aus. Sein schwarzer Humor stach sympathisch hervor, auch wenn Änn diesen nicht immer gleich erkannte. So hatte Fränn wenigstens doppelt ihren Spaß. Ronny war wie wir 33 Jahre alt, kam aus Leipzig und verdiente sich gewöhnlich als Gesäßchirurg sein Geld. Von seinem Ersparten gönnte er sich gerade eine Auszeit. Südafrika war sein Highlight aber auch Südamerika fand er sehr spannend. Uns hatte es die Geschichte von der Transsibirischen Eisenbahn angetan. Reise so viel du nur kannst, denn die Eindrücke und Erfahrungen sind einfach unbezahlbar. Nach einer vollen Stunde zog er weiter und wir stellten uns ein neues Kapitel unserer Abenteuer in Russland und China vor: Änn & Fränn mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking?

Aufgrund aggressiver Mücken mussten wir unsere bequemen und liebgewordenen Ledersessel verlassen und das Space aufgeben. Die restlichen Stunden bis zur verdienten Nachtruhe arbeiteten wir auf dem harten und kalten Zimmerboden weiter, denn Änn & Fränn ist jeder Arbeitsplatz bequem.

 


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11 Gedanken zu „Letzter Tag Yangon – Großstadtleben aufsaugen

  1. 👍🏻Änn hat doch bei Witzen immer doppelt Spaß. Transsibirische Eisenbahn klingt verlockend da wäre ich doch gern dabei. Macht weiter so viel Spaß, bleibt gesund und lasst uns bitte weiter an eurer Reise teilnehmen, ihr versüßt den tristen Alltag. Und bitte lauft nicht über jede „fast defekte „ Brücke ihr braucht eure Füße noch
    Liebe Grüße Katja

  2. Okay, dann spart schon mal ! Von Moskau bis Peking kostet der Trip ab 3900€ . Egal – das nur am Rande. Schön wieder was von euch zu hören und lesen. Die Abenteuer werden immer gefährlicher, passt gut auf euch auf ! Heute nicht so viel von mir, der Tag war echt mies und ich habe das Gefühl nie im Urlaub gewesen zu sein. Aber das alles gehört hier nicht her. Bleibt gesund und munter und seid lieb gegrüßt

  3. Finde Eure Beitraege , super und spannend. Vorallen Dingen auf was ihr euch immer einlaesst. Aber das ist genau was man braucht um das Land kennen zu lernen. Macht weiter so bleibt gesund und. In gespannt auf den neuen Beitrag. Die Muvs sind gut angekommen und wir geniessen die Zeit.

    1. Vielen lieben Dank für dein Kommentar. Hoffe meinen beiden Rentnern gehts gut und sie stressen dich nicht so viel. 😉 Die nächsten Geschichten sind alle schon geschrieben, leider will das Internet nicht so wie wir. Viele Grüße nach Kenya von Änn & Fränn

    1. Hi Lieblings-Diana,
      also Ronny sagte, das mit der transsibirischen Eisenbahn ist nicht so teuer wie alle immer sagen. Man soll die Tickets direkt in Moskau am Bahnhof koofen und nicht über Agenturen hier im Land. Er war über n Jahr unterwegs und hat etwas über 16.000 € bisher für seine Reise bezahlt.
      Ansonsten Diana Kopf hoch der nächste Urlaub kommt und in vier Monaten ist auch schon wieder Frühling.
      Liebe Grüße Anja

    2. Naja er war Arzt, das haben wir schon gefragt. Aber wir vergaßen zu fragen, was fürn Arzt. Gesäßchrirug ist halt mein Lieblingsarztbeszeichnung. Das wäre ich gern geworden, hätte ich Arzt studiert.

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